Schatzsuche 2.0 – Mit Peter unterwegs beim Geocaching

Geocaching ist die moderne Form einer Schatzsuche. Eine Person versteckt irgendwo ein Behältnis (Cache) mit einem Notizbüchlein, dem sogenannten Logbuch, und nach Belieben kleinen Dingen. Danach wird das Versteck in Form von Koordinaten im Internet veröffentlicht. So können sich alle Interessierten mithilfe von GPS-fähigen Geräten auf die Suche nach diesem Behälter machen. Wer die Dose findet, darf sich ins Logbuch eintragen und den beigelegten Gegenstand – so vorhanden – mitnehmen. Es sollte aber auch wieder etwas Neues hineingetan werden. Das Behältnis wandert wieder an die originale Fundstelle zurück und die Entdeckung wird online in der Community vermerkt. So können auch andere Personen –vor allem der Cache-Leger – die Geschehnisse rund um den Cache verfolgen.

Von der Theorie zur Praxis

G1Peter Hofmann, Zerspanungemechaniker aus Stößen, wurde vor wenigen Monaten von seinem Freund mit dem Virus „Geocaching“ infiziert. Seither geht er zwei bis drei Mal im Monat auf die Suche. Doch anstelle eines GPS-Gerätes benutzt er die App „c:geo“ auf seinem Smartphone.G3 Sie  kann kostenlos installiert werden und zeigt weltweite Verstecke an. Ihre GPS-interne Funktion führt den Suchenden bis auf fünf Meter zum Ziel. „Mit einem GPS-Gerät geht die Ortung zwar noch etwas genauer. Aber dann wäre es wohl auch zu einfach“, so Peter. Zu seiner Standardausrüstung gehören neben dem Smartphone Zettel, Stift und je nach Versteck auch eine Taschenlampe.

Der 30-Jährige schaut sich die Verstecke vorher auch auf speziellen Geocaching-Internetseiten an. Die bekannteste ist geocaching.com. Auf dieser Plattform können sich Suchende und G5Cache-Leger weltweit austauschen. Die Caches werden in verschiedene Größen, Arten und Schwierigkeitsgrade unterteilt, sodass jeder Suchende selbst bestimmen kann, wie lang und intensiv er stöbern geht. Peter bevorzugt die traditionellen Caches, die in gut einer halben Stunde gefunden sind. Er war aber auch schon in einer Chemiefabrik unterwegs: „Da mussten wir klettern und uns zum Versteck hangeln. Beulen und Kratzer bleiben da nicht aus.“

G7Der Neuling geht bevorzugt im Burgenlandkreis und in Gesellschaft seiner Freunde auf die Suche. Man müsse ja nicht immer 200 Kilometer weit fahren, meint Peter. Zwar ist das Geocaching-Netz hier noch nicht ganz so ausgebaut, wie in größeren Städten, Abwechslung gibt es dennoch genug.

Pionier der ersten Stunde

Dafür sorgt auch Andreas Kutschera, CAD-Administrator aus Naumburg. Er selbst geht davon aus, dass er der erste Geocacher in Naumburg war. 2008 hatte er sich ein GPS-Gerät für Fahrradtouren zugelegt und entdeckte zufällig den Menüpunkt Geocaching. Seitdem ging er nicht nur auf die Suche, sondern hat auch selbst zwölf Dosen versteckt. Doch das will gut überlegt sein. Da sich die Geocaching-Gemeinde durch die einfachere Suche mit dem Smartphone schnell vervielfältigt hat, rät Kutschera: „Sucht erst einmal 50 Caches in jeder Kategorie, bevor ihr selbst welche legt.“ G8Denn oft werden auch Verstecke in Mauer- und Hausritzen gesucht, was die Anwohner der Grundstücke wenig erfreut. Dem Naumburger sind selbst Probleme durch sein Hobby entstanden. Bei der Suche in einem Dorf wurde er von einem Anwohner angezeigt, weil dieser vermutet hat, dass Kutschera Drogen versteckt. Die Sache ging glimpflich aus, seither hat er aber immer einen Info-Flyer dabei. Nachdem er so gut wie den ganzen Burgenlandkreis schon abgesucht hat, ist er nicht mehr ganz so aktiv. Wenn Andreas Kutschera sich aber doch mal wieder auf die Suche begibt, dann lautet sein Motto noch immer: „Der Weg ist das Ziel.“

Peter Hofmann hingegen hat noch lange nicht genug. Bevor er eigene Caches legt, will er noch mehr Erfahrung sammeln. Es gab nämlich auch schon Caches, die er nicht gefunden hat. Das ärgert Peter schon ein bisschen. Aber zum Glück bleiben das die Ausnahmen.

Wieder einmal erfolgreich G9  G10

                                                                                                                                                                 

Information:

GPS steht für Global Positioning System und ist ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung.

Das Wort Geocaching setzt sich aus „Geo“ für Geologie und „cache“ (englisch) für „geheimes Lager“ zusammen.

Die Geburtsstunde des Geocachings wird auf den 3. Mai 2000 datiert. Der Amerikaner Dave Ulmer versteckte einen Pott mit Krimskrams in den Wäldern bei Portland/Oregon und veröffentlichte die Position des Versteckes in einem Online-Forum. Das Behältnis wurde schon binnen eines Tages gefunden. Der erste Cache in Deutschland wurde am 2. Oktober 2000 von Ferenc Franke südlich von Berlin versteckt.

Allein die Seite geocaching.com verzeichnet über sechs Millionen Geocacher weltweit und zwei Millionen Verstecke. Davon befinden sich fast 280.000 in Deutschland und ungefähr 70 entlang der Unstrut, über 700 im ganzen Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Quelle: www.geocaching.com/map

Quelle: www.geocaching.com/map

Zeiten:

Rund um die Uhr möglich!

Kosten:

keine! Außer es wird ein GPS-Gerät angeschafft.

Tipp:

  • Mit mehreren Personen macht die Suche mehr Spaß.
  • Anfänger gehen am besten bei der ersten Suche mit einem erfahreneren Cacher mit.
  • Geocaching peppt Familienspaziergänge auf und wandelt sie nicht selten zu einer spannenden Schatzsuche!
  • Personen, die die Suche mitbekommen, besser aufklären, bevor es zu Missverständnissen kommt.

 

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